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    Vorwort zur aktuellen Ausgabe Im Handel: ab 28. August 2010    
   
Liebe Basketball-Fans,

Alba Berlin trennt sich aus sportlichen Gründen vom Kapitän der deutschen Nationalmannschaft – trotz eines noch laufenden Arbeitsvertrages. Das Zerwürfnis kam plötzlich und für Hamann unerwartet. Am 23. Juli sprach ich mit Hamann (siehe Seite 28/29) über die Nationalmannschaft und Alba, wo er sich noch mit Begeisterung über seine neuen Vereinskollegen Allen, Idbihi, Marinovic & Co. äußerte. Knapp eine Woche später folgte der Supergau mit seiner Vertragsauflösung. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der vermeintlich erfahrenste deutsche Spieler, der in der Länderauswahl der Chef auf dem Platz ist, wird vom Verein ausgemustert. Das ist quasi so, als würde sich Bayern München von Philipp Lahm oder der HSV von Pascal Hens auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft trennen. „So läuft das Geschäft“, heißt es dann. Moral spielt dabei keine Rolle. Es geht nur ums Gewinnen. Der Kleinkrieg, welcher anschließend vom Spieler und Verein über die Medien ausgefochten wurde, muss nicht weiter kommentiert werden. Der Eine ist halt stinksauer, macht seinem Frust Luft, die andere Seite sieht alles ganz anders und schießt zurück. Und die Boulevardpresse lacht sich einen.

Die Schlagzeilen gehen weiter. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft geht in die 2. Liga. Häh, bin ich im falschen Film? Nein, denn es handelt sich nicht um Chemnitz, Crailsheim oder Essen, sondern um den FC Bayern München – ein großer Name. Da steckt viel Geld drin, da gibt’s Visionen und eine gigantische Perspektive (siehe Seite 5 und 48/49). Hamann spielt also im Dreamteam der ProA zusammen mit weiteren Hochkarätern wie Nadjfeji, Greene, Wyrick, Wallace, Hall und Kolodziejski sowie unter Bundestrainer Dirk Bauermann. Unglaublich, aber wahr.

Während der Partie Deutschland gegen Kroatien beim Supercup in Bamberg verkündete Kommentator Frank Buschmann auf Sport1 – wenige Tage vor der offiziellen Verkündung von Hamanns Engagement in München – er würde zur WM schwimmen, wenn Hamann nicht bei den Bayern unterschriebe. Angesprochen auf Buschmanns großspurigen Worte konterte Hamann im Anschluss aus Spaß: „Dann müsste ich eigentlich noch mit meiner Unterschrift bis nach der WM warten. Denn das möchte ich sehen.“ Das hätten wir alle zu gerne gesehen, wie sich Buschi mit aufgeblasenen Schwimmflügeln durch das Mittelmeer bis zum Bosporus einen abkrault. Von dort hätte Deutschlands Sprücheklopfer Nummer eins noch irgendwie nach Kayseri ins Landesinnere schwimmen müssen, wo die Deutschen ihre Gruppenspiele austragen. Buschi wäre wohl nie bei der WM angekommen, zumindest nicht rechtzeitig, um die Spiele der Deutschen zu kommentieren.

Anyway, in dieser Ausgabe gibt’s eine 18-seitige Vorschau auf die WM in der Türkei, wie immer spannende Storys und Interviews aus der BBL, ProA, ProB, Regionalliga und eine Menge mehr.

Viel Spaß wünscht



Chefredakteur