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Liebe Basketball-Fans,
Alba Berlin trennt sich aus sportlichen Gründen vom Kapitän der deutschen Nationalmannschaft
– trotz eines noch laufenden Arbeitsvertrages. Das Zerwürfnis kam plötzlich und für Hamann unerwartet.
Am 23. Juli sprach ich mit Hamann (siehe Seite 28/29) über die Nationalmannschaft und
Alba, wo er sich noch mit Begeisterung über seine neuen Vereinskollegen Allen, Idbihi, Marinovic &
Co. äußerte. Knapp eine Woche später folgte der Supergau mit seiner Vertragsauflösung. Das muss
man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der vermeintlich erfahrenste deutsche Spieler, der in
der Länderauswahl der Chef auf dem Platz ist, wird vom Verein ausgemustert. Das ist quasi so, als
würde sich Bayern München von Philipp Lahm oder der HSV von Pascal Hens auf dem Höhepunkt
ihrer Schaffenskraft trennen. „So läuft das Geschäft“, heißt es dann. Moral spielt dabei keine
Rolle. Es geht nur ums Gewinnen. Der Kleinkrieg, welcher anschließend vom Spieler und Verein
über die Medien ausgefochten wurde, muss nicht weiter kommentiert werden. Der Eine ist halt
stinksauer, macht seinem Frust Luft, die andere Seite sieht alles ganz anders und schießt zurück.
Und die Boulevardpresse lacht sich einen.
Die Schlagzeilen gehen weiter. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft geht in die 2. Liga. Häh, bin ich im falschen Film? Nein, denn es handelt sich nicht um Chemnitz, Crailsheim oder Essen,
sondern um den FC Bayern München – ein großer Name. Da steckt viel Geld drin, da gibt’s Visionen
und eine gigantische Perspektive (siehe Seite 5 und 48/49). Hamann spielt also im Dreamteam
der ProA zusammen mit weiteren Hochkarätern wie Nadjfeji, Greene, Wyrick, Wallace, Hall und
Kolodziejski sowie unter Bundestrainer Dirk Bauermann. Unglaublich, aber wahr.
Während der Partie Deutschland gegen Kroatien beim Supercup in Bamberg verkündete
Kommentator Frank Buschmann auf Sport1 – wenige Tage vor der offiziellen Verkündung
von Hamanns Engagement in München – er würde zur WM schwimmen, wenn Hamann
nicht bei den Bayern unterschriebe. Angesprochen auf Buschmanns großspurigen Worte
konterte Hamann im Anschluss aus Spaß: „Dann müsste ich eigentlich noch mit meiner
Unterschrift bis nach der WM warten. Denn das möchte ich sehen.“ Das hätten wir alle
zu gerne gesehen, wie sich Buschi mit aufgeblasenen Schwimmflügeln durch das
Mittelmeer bis zum Bosporus einen abkrault. Von dort hätte Deutschlands Sprücheklopfer
Nummer eins noch irgendwie nach Kayseri ins Landesinnere schwimmen
müssen, wo die Deutschen ihre Gruppenspiele austragen. Buschi wäre wohl
nie bei der WM angekommen, zumindest nicht rechtzeitig, um die Spiele der
Deutschen zu kommentieren.
Anyway, in dieser Ausgabe gibt’s eine 18-seitige Vorschau auf die WM in der
Türkei, wie immer spannende Storys und Interviews aus der BBL, ProA, ProB,
Regionalliga und eine Menge mehr.
Viel Spaß wünscht

Chefredakteur
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